Presse
14.02.2012, 11:51 Uhr
Einigendes und Trennendes in der Bildungspolitik
Einheitsschule um jeden Preis?
Aus Sicht der CDU eint die Fraktionen im Gemeinderat das Ziel, bestmögliche Bildungs- und Betreuungsangebote für die Kinder und Jugendlichen in Remseck zu ermöglichen.
Aus Sicht der CDU eint die Fraktionen im Gemeinderat das Ziel, bestmögliche Bildungs- und Betreuungsangebote für die Kinder und Jugendlichen in Remseck zu ermöglichen. Entscheidend ist für uns aber auch der Elternwille: Niemand soll gezwungen werden, sein Kind in eine verpflichtende Ganztagsbetreuung abzugeben. Das Konzept der Gemeinschaftsschule sieht das aber vor. Deswegen kann sich die CDU-Fraktion diese neue Schulform, die bisher nur in vagen Vorstellungen existiert, nur als Ergänzung zu unseren bisherigen, hervorragenden Schulen in Remseck vorstellen. Deswegen können wir mit Vorstellungen, die Realschule auch in dieses System zu zwingen, nicht konform gehen, wie es SPD und Grüne gefordert haben. Was die Kollegen der SPD damit meinen, die „Ständegesellschaft“ überwinden zu wollen, wissen wir nicht. Das Schulsystem als Ausfluss einer mittelalterlichen Ständeordnung? Oder gar der Anklang des „Ständestaats“ autoritärer Vorstellungen der 30er Jahre? Damit tut man nicht nur der bisherigen Bildungspolitik unrecht, sondern auch den Tausenden engagierten Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen im Land. Unser Schulsystem ist schon heute sehr durchlässig, über 50% der Hochschulzugangsberechtigungen werden nicht am allgemeinbildenden Gymnasium erlangt, sondern über die Vielzahl anderer Wege- „kein Abschluss ohne Anschluss“ heißt schon seit Jahren die Devise. Es stimmt auch, dass ein Bildungsabschluss sehr wichtig für die Berufsreife ist: In Baden-Württemberg verlassen im Bundesvergleich die wenigsten Jugendlichen die Schule ohne Abschluss, in Berlin doppelt so viele. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 2,6%, im PISA-Siegerland Finnland bei 20%. Für uns ist wichtig: Erst muss das Land ein Konzept vorlegen, und die finanziellen Rahmenbedingungen für die Stadt klären.
aktualisiert von Steffen Kirsch, 14.02.2012, 11:52 Uhr
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