Gedanken zur Stadtbahn
Bei dem Projekt LUCIE, also der Stadtbahn durch Stadt und Landkreis Ludwigsburg, geht um den Ausstieg. Als CDU-Fraktion bedauern wir das, haben wir doch die Vorteile für die Stadt Remseck und die ganze Raumschaft gesehen.
Klar ist allerdings: Im Ludwigsburger Gemeinderat wurden die Signale final auf rot gestellt und auch in der Ludwigsburger Stadtgesellschaft gibt es keine Mehrheit. Auch die Kampagne pro LUCIE war eine reine Agenturkampagne, die keine Begeisterung entfachte.
An dieser Stelle ist ein (selbst-)kritischer Blick zurück angezeigt. Was hat das Projekt auf das Abstellgleis geführt? Klar ist, dass es große Infrastrukturprojekte bei Bürgerentscheiden schwer haben. Regionalstadtbahn Tübingen, Citybahn in Mainz, alles klar am Bürgervotum gescheitert trotz -oder vielleicht wegen- des vehementen Trommelns aller „da oben“.
Erkennbar ist auch, dass derartige Projekte am Anfang mit viel Enthusiasmus starten müssen, um über die Mühen der Ebene getragen zu werden. LUCIE wurde von Anfang zerrieben durch die diversen Streitpunkte um Grundsätzliches mit dem Ausflug in´s Skurrile: Ist ein Bus auch eine Bahn? Haben Bahnen Zukunft? Wenn eine Bahn, dann in Hochflur oder Niederflur? Der Kompromiß, der die Bahn am Ende auf´s Gleis setzen sollte, trug wahrscheinlich schon den Kern des jetzigen Scheiterns in sich. Die innenstadtferne Variante hat den Nachteil, dass sie Ludwigsburg keinen echten Vorteil bringen kann, damit konnte die Befürworterseite in der Kreisstadt auch kein Tor schießen. Ludwigsburg hat sich allerdings verpflichtet und kann jetzt nicht einfach aussteigen. Zumal durch das Nein aus Ludwigsburg auch die U14-Verlängerung nach Pattonville nicht leistbar ist. Unser Ziel muss jetzt sein, von Ludwigsburg einen umfassenden Schadensersatz zu erhalten, schließlich hat Remseck den Zweckverband über die Jahre mitfinanziert. Wie sagte Maggie Thatcher bekanntlich bei einem EG-Gipfel: I want my money back.